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Besser fotografieren – Teil 1

In der Zeit von Smartphones und digitaler Fotografie ist es uns möglich, fast überall und zu jedem Zeitpunkt ein Foto zu machen. Doch oft sind diese Bilder nicht mehr als nur Schnappschüsse, um vielleicht einen schönen Moment oder eine besondere Situation einzufangen. Mit ein paar Kniffen und ein bisschen Wissen über die eigene Kamera und die verwendeten Einstellungen kann jeder noch besser fotografieren.

Die eigene Kamera beherrschen – was bedeuten die einzelnen Modi?

Eine der wichtigsten Voraussetzung, um gut fotografieren zu können, ist das Wissen über die eigene Kamera. Die heutigen Digitalkameras haben zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. Die wichtigste ist die Auswahl des Kameramodus. Die meisten Digitalkameras unterscheiden zwischen den Modi Auto, P , S oder Tv, A oder Av und M. Darüber hinaus findet man häufig Programmautomatiken für Makro- Portrait-, Landschafts-, Nacht- und Sportfotografie. Diese werden in der Regel durch Piktogramme, wie Berge oder eine Blume symbolisiert. Wird einer dieser Modi benutzt, ohne genau zu wissen was er bedeutet, dann wird selten das gewünschte Ergebnis erzielt.

Wählrad für Kameraprogramme
Wählrad zur Einstellung der unterschiedlichen Programme einer Spiegelreflexkamera (Abbildung: Althepal/Mehdi, CC BY-SA 2.5)

Modus “Auto”

Dies ist der Vollautomatik-Modus, in dem die Kamera alle Einstellungen automatisch anpasst, um ein normal belichtetes Bild zu erzielen. Der Fotograf hat mit Ausnahme der Brennweite (“Zoom”) und der Fokusentfernung keinen Einfluss auf einzelne Einstellungen.

Modus “M” (manual)

Im manuellen Modus nimmt der Fotograf alle Einstellungen selbst vor. Der Modus erlaubt maximale Kontrolle über die Einstellungen, erfordert jedoch auch viel Wissen und Erfahrung.

Modus “S” (shutter priority) oder “Tv” (time value)

In diesem Modus wählt der Fotograf die Belichtungszeit, woraufhin die Kamera die erforderliche Blende automatisch einstellt. Der Modus wird auch Blendenautomatik oder Zeitvorwahl genannt. Der Modus ist sinnvoll, wenn man die Belichtungszeit gezielt steuern möchte, z.B. in der Sport-, Kinder- oder Tierfotografie.

Modus “A” (aperture priority) oder “Av” (aperture value)

Dieser Modus wird auch als Zeitautomatik oder Blendenvorwahl bezeichnet. In dem Modus wird die Blende manuell eingestellt. Die Kamera passt daraufhin die Belichtungszeit automatisch so an, dass ein normal belichtetes Bild entsteht. Mit diesem Modus haben Sie Kontrolle über die Schärfentiefe.

Modus “P” (Programmautomatik) sowie die Modi hinter den Bildsymbolen

In diesem Modus stellt die Kamera automatisch Blende und Belichtungszeit, je nach Kameramodell auch die ISO-Empfindlichkeit, ein. Um festzulegen, welche Aufnahmebedingungen zu erwarten sind und welcher optische Effekt erzielt werden soll, sind meist mehrere Spezial-Automatikprogramme vorhanden. So sorgt beispielsweise die Sportautomatik für eine offene Blende und ggf. einen hohen ISO-Wert, um möglichst kurze Belichtungszeiten zu ermöglichen und somit Bewegungsunschärfen zu vermeiden. Bei der Landschaftsautomatik ist eher mit hohen Blendenwerten zu rechnen, da eine hohe Schärfentiefe erzielt werden soll.

Modus “SCN”, “CA” und weitere

Je nach Kameramodell findet man noch weitere Modi. Das Titelbild zeigt das Wählrad einer Canon EOS 6D. Die Spezialprogramme verbergen sich hinter der Abkürzung “SCN” (spacial scene). Des Weiteren gibt es

Wie fange ich an, besser zu fotografieren?

Für jemanden, der kaum Erfahrung mit der Bedienung der eigenen Kamera gesammelt hat, sind zu Beginn die Modi “Auto” oder “P” sowie deren Spezialprogramme (mit den Piktogrammen) gut geeignet, um ein erstes Gefühl für die Kamera zu bekommen. Der Automodus wählt alle Faktoren, die für das Bild relevant sind, automatisch. Dies führt oft zu einem guten Ergebnis im Sinne einer Normalbelichtung. Der Modus “P” sowie die Spezialprogramme eignen sich gut, wenn man nur über eine günstige Kompaktkamera oder Handykamera verfügt, die keine weiteren Einstellungen zulässt. Darüber hinaus ist es denkbar, dass man als Anfänger unter schwierigen Bedingungen (z.B. schnelle Bewegungen oder wenig Licht) Fotos machen möchte, ohne lange herumprobieren zu müssen.

Die automatischen Programme zu verwenden, ist keine Schande. Insbesondere als Anfänger kann man sich so besser auf Motiv- und Bildausschnittwahl konzentrieren, ohne sich in Menüs und Einstellungen der Kamera zu verlieren. Ungeduldige Models, wie z.B. die eigenen Kinder oder Haustiere, werden es Ihnen danken. Ich mache das bis heute ausnahmsweise, wenn es mal sehr schnell gehen muss. Lieber ein akzeptables Bild in einem der automatischen Programme aufgenommen, als gar kein oder ein sehr schlechtes Bild, weil man erst alles umstellen musste oder die Einstellungen nicht passten. Teurere Kameramodelle haben für solche zeitkritischen Fälle übrigens auch einen oder mehrere Programmspeicherplätze, in denen man eigene Voreinstellungen abspeichern kann. Diese sollte man natürlich bevorzugen.

Probieren Sie es aus, experimentieren Sie mit den Modi “Auto”, “P” und den Spezialprogrammen! Sie werden schnell Unterschiede feststellen und so Ihre Kamera besser kennenlernen. Im nächsten Teil (15. Juni 2018) versuchen wir uns dann an den anderen Modi.

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